58. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung feiert Medien als Bildungsinstrument für alle
26.06.2026
Qualitätsjournalismus und Erwachsenenbildung als Grundpfeiler der Demokratie – 95 Einreichungen zeigen, wie Fernsehen Wissen für alle zugänglich macht.
Im ORF RadioKulturhaus wurden am 25. Juni 2026 die 58. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung verliehen. Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ehrte damit Beiträge, die Wissen, Kultur und gesellschaftliche Fragen einem breiten Publikum zugänglich machen – und damit einen unverzichtbaren Beitrag zu Medienkompetenz und demokratischem Diskurs leisten.
Dass es dabei um mehr als nur um Unterhaltung geht, betonte Heinz Fischer, Bundespräsident a. D. und Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, in seiner Eröffnungsrede: „Mit der Verleihung der Fernsehpreise würdigen wir nicht nur einzelne Sendungen oder Produktionen. Wir würdigen eine Haltung: den Anspruch, Medien verantwortungsvoll zu gestalten; den Anspruch, nicht nur Quote zu denken, sondern Wirkung; und den Anspruch, einen Beitrag zum demokratischen Zusammenleben zu leisten.“
Diese Haltung ist heute dringender denn je. John Evers, KEBÖ-Vorsitzender und Sprecher der Jury, verwies auf die aktuellen Herausforderungen: „Journalismus steht in Österreich durch wegbrechende Erlöse, sinkende Beschäftigtenzahlen und ein intransparentes Fördersystem bereits mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig wachsen auch Forderungen, öffentlich-rechtliche Institutionen oder kritische zivilgesellschaftliche Akteure zu schwächen. Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an, Medienpolitik neu auszurichten: mit klaren Qualitätskriterien, guten Arbeitsbedingungen, transparenter Förderung und einer konsequenten Absicherung von Unabhängigkeit als demokratischer Kernaufgabe.“
Preisträger*innen der 58. Fernsehpreise
In der Kategorie Literatur, Kultur und Kunst ging der Preis an „Ohrenschmaus – Literatur für alle“ (ORF/Good Media Solutions). In der Kategorie Ökonomische, demokratische und politische Bildung wurde „Miet-Mafia in Wien: Wie Immobilienhaie Mieter:innen loswerden“ (OKTO/Moment.at) ausgezeichnet. „Mayrs Magazin“ (ORF) überzeugte in der Kategorie Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung, während „Badeschluss – Das Ende der Schwimmbäder“ (ORF) in der Kategorie Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen siegte. Den Preis in der Kategorie Menschenrechte und Gesellschaft erhielt „Zu viel, zu laut, zu Frau“ (3sat/Holy Screen Media).
Axel Corti-Preis für Barbara Wolschek
Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Axel Corti-Preises an ORF-Korrespondentin Barbara Wolschek, die eigens aus Washington anreiste. Die Jury würdigte ihr Engagement für klare, unaufgeregte Auslandsberichterstattung – besonders in einer Zeit, in der Desinformation und Polarisierung die öffentliche Debatte prägen. In ihrer Dankesrede betonte Wolschek die Dringlichkeit politischer Bildung mit den Worten: „Wann, wenn nicht jetzt?“ und appellierte an die Anwesenden, dem gesellschaftlichen Diskurs durch Zuhören mehr Raum zu geben.
Medien als Bildungsinstrument für alle
Die prämierten Beiträge zeigen: Fernsehen kann komplexe Themen verständlich machen, gesellschaftliche Diskussionen anstoßen und Bildung für alle zugänglich gestalten. „Gerade in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind, werden qualitätsvolle Inhalte immer wichtiger. Sie schaffen Orientierung, fördern kritisches Denken und stärken den demokratischen Diskurs. Genau deshalb leistet der Fernsehpreis der Erwachsenenbildung seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag: Er macht sichtbar, wie Wissen, Kultur, Wissenschaft und gesellschaftliche Fragen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können.“, so die für Erwachsenenbildung zuständige Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (BMFWF) in ihrer Videobotschaft.
Barbara Wolschek erhält den Axel Corti-Preis 2026
26.05.2026
Der im Rahmen des 58. Fernsehpreises der Erwachsenenbildung von der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) vergebene Axel Corti-Preis geht dieses Jahr an die Journalistin Barbara Wolschek. Das entschied eine Jury, die sich aus Vertreterinnen der preisstiftenden Verbände, Journalistinnen und Medienexpert*innen zusammensetzt.
Barbara Wolschek prägt seit 1998 die internationale Berichterstattung des ORF. Nach einem Studium in Publizistik, Politikwissenschaft und Arabistik führt sie ihre erste Reise als Sonderkorrespondentin nach Schweden. Seither begleitet sie die Österreicher*innen durch die prägendsten Ereignisse der jüngeren Geschichte: von den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA über die Berichterstattung zu verschiedenen internationalen Wahlen, dem Irakkrieg und dem Libanonkrieg bis hin zu ihren Einsätzen in Konfliktgebieten wie Syrien, Israel und der Türkei. 2024 kehrt sie für den ORF nach Washington zurück – ein Jahr, in dem sie zudem für die Sendung „75 Jahre Menschenrechte“ für den Fernsehpreis der Erwachsenenbildung nominiert war. Mit ihrer Arbeit trägt sie dazu bei, dass globale Zusammenhänge für alle verständlich werden.
Jurysprecher John Evers betont: „In Zeiten, in denen Fake News und Unsicherheit die öffentliche Debatte prägen, braucht es Stimmen wie Barbara Wolschek: Expert*innen, die vor Ort sind, den Überblick behalten und mit klarer, unaufgeregter Analyse Orientierung geben.“
Vergeben wird der Axel Corti-Preis und die Fernsehpreise der Erwachsenenbildung von den zehn Verbänden der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ), das sind die Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich, das Berufsförderungsinstitut Österreich, der Büchereiverband Österreichs, das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, das Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich, der Ring Österreichischer Bildungswerke, die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich, der Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, der Verband Österreichischer Volkshochschulen und das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich.
Die Preisüberreichung des Axel Corti-Preises findet am 25. Juni 2026 im ORF RadioKulturhaus in Wien statt, bei der auch die Preisträger*innen der 58. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung bekanntgegeben werden. Wir bitten um Anmeldung zur Preisüberreichung per E-Mail an medienpreise [at] vhs [dot] or [dot] at.
17 Nominierungen in 5 Kategorien für den 58. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung
23.04.2026
Von der Konferenz der Erwachsenenbildung (KEBÖ) wurden aus 95 Einreichungen insgesamt 17 Fernsehbeiträge in 5 Kategorien für den 58. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung nominiert.
In der Kategorie „Literatur, Kultur und Kunst“ wurden nominiert:
- die ORF-Kulturdoku „Jazz in Österreich – Von der Befreiung zum Neubeginn“, ausgestrahlt auf ORF 2,
- die Sendung „Ohrenschmaus – Literatur für alle“, ausgestrahlt in der Sendereihe „Österreich-Bild“ auf ORF 2,
- die Dokumentation „Kunst als Medizin“, ausgestrahlt in der Sendereihe „kulturMATINEE“ auf ORF 2.
In der Kategorie „Ökonomische, demokratische und politische Bildung“ wurden nominiert:
- die Dokumentation „Miet-Mafia in Wien: Wie Immobilienhaie Mieter:innen loswerden“ aus der MOMENT.at-Sendereihe, ausgestrahlt auf OKTO,
- der „ZIB 2 History“-Beitrag „50 Jahre Fristenregelung – Straffreiheit bei Abtreibung“, ausgestrahlt auf ORF 2,
- die Sendung „Überreichtum – Millionäre fordern Reichensteuer“, ausgestrahlt in der Sendereihe „WELTjournal“ auf ORF 2.
In der Kategorie „Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung“ wurden nominiert:
- der „ZIB Magazin Spezial“-Beitrag „Trump und die Tech-Milliardäre – Wie US-Konzerne Druck auf Europa ausüben“, ausgestrahlt auf ORF 1,
- die Sendereihe „Mayrs Magazin – Wissen für alle“ auf ORF 2,
- die Sendung „Radikal Viral – TikTok als Gefahrenquelle“, ausgestrahlt im Rahmen der „Media Academy“ auf OKTO.
In der Kategorie „Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen“ wurden nominiert:
- die Reportage „Badeschluss – Das Ende der Schwimmbäder“, ausgestrahlt in der Sendereihe „Am Schauplatz“ auf ORF 2,
- die ORF-3sat Dokumentation „Boomende Städte, sterbendes Land“ in Koproduktion mit Good Media Solutions,
- die ORF-3sat Dokumentation „Wolkenbruch und Hitzestau – Die Stadt im Klimastress“, in Koproduktion mit LOOKS Vienna.
In der Kategorie „Menschenrechte und Gesellschaft“ wurden nominiert:
- die Sendung „Jede Dritte: Wie männliche Gewalt Frauenleben zerstört“, ausgestrahlt in der Sendereihe „What the FEM?“ auf W24 – Wiener Stadtfernsehen,
- die Videominiaturen „Menschenrechte“, ausgestrahlt auf DORFTV,
- der „ZIB 2 History“-Beitrag „Partnerschaft statt Patriarchat – 50 Jahre Familienrechtsreform“, ausgestrahlt auf ORF 2,
- der Dokumentarfilm „Angekommen.“, ausgestrahlt in der Sendereihe „Jukebox“ auf OKTO,
- die Kulturdokumentation „Zu viel, zu laut, zu Frau“ von 3sat.
Die Entscheidung über die Vergabe der 58. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung trifft eine Jury im Mai 2026. Zugleich wird von der Jury die Entscheidung über den Axel-Corti-Preis für 2026 getroffen.
Vergeben wird der Preis von den zehn Verbänden der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ), das sind die Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich, das Berufsförderungsinstitut Österreich, der Büchereiverband Österreichs, das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, das Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich, der Ring Österreichischer Bildungswerke, die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich, der Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, der Verband Österreichischer Volkshochschulen und das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich.
Die Preisträger*innen werden bei der Preisüberreichung, die am 25. Juni um 18:30 im ORF RadioKulturhaus in Wien stattfindet, bekanntgegeben.
28. Radiopreis der Erwachsenenbildung: Bildung hörbar machen
23.01.2026
Wie Radio Orientierung gibt, Wissen zugänglich macht und demokratische Teilhabe stärkt, zeigte die Verleihung der 28. Radiopreise der Erwachsenenbildung, die am 22. Jänner 2026 im ORF RadioKulturhaus stattfand. Ausgezeichnet wurden Radioproduktionen, die gesellschaftlich relevante Themen fundiert, verständlich und mit hohem erwachsenenbildnerischem Anspruch aufbereiten – und damit beispielhaft zeigen, wie Bildung in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen hörbar wird.
Eröffnet wurde der Abend von Heinz Fischer, Bundespräsident a. D. und Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, der einlud, den Preis als Anlass zu nehmen, gemeinsam für eine Kultur des lebensbegleitenden Lernens einzutreten, „eine Kultur, in der Medien und Bildung Hand in Hand gehen, um Orientierung zu geben, Teilhabe zu ermöglichen und die Demokratie zu stärken“.
In ihren Grußworten hob die für Erwachsenenbildung zuständige Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner die Rolle von Erwachsenenbildung für die Demokratie hervor:
„Wir brauchen Erwachsenenbildung – ob in der KEBÖ oder im Radio – heute mehr denn je. Ohne Medien ist Demokratie nicht denkbar und eine Medienwelt ohne Radio ist unvollständig. Gerade in Zeiten von Desinformation und wachsender Wissenschaftsfeindlichkeit leisten Erwachsenenbildung und qualitätsvoller Journalismus einen unverzichtbaren Beitrag für eine informierte und kritische Gesellschaft.“
Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzte die afghanische Diplomatin, Autorin und Journalistin Manizha Bakhtari, die in ihrer Preisrede eindringlich auf die globale Bedeutung von Bildung und Medien aufmerksam machte: „Bildung ist kein Privileg – sie ist eine Notwendigkeit! Erwachsenenbildung und Bildungsmedien ermächtigen Menschen, geben ihnen Würde und öffnen Türen für Partizipation, Hoffnung und Widerstandsfähigkeit.“
Aus insgesamt über 170 eingereichten Produktionen von österreichischen Radiosendern wählte eine Jury jene Beiträge aus, die durch journalistische Qualität, gesellschaftliche Relevanz und besonderen erwachsenenbildnerischen Wert überzeugten. John Evers, Sprecher der Jury und Vorsitzender der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ), betonte: „Die ausgezeichneten Sendungen zeigen, wie Radio komplexe Themen verständlich macht, Orientierung bietet und Menschen befähigt, sich aktiv mit gesellschaftlichem Wandel auseinanderzusetzen.“
Die Radiopreise der Erwachsenenbildung 2025 gingen an folgende Produktionen: In der Kategorie Literatur, Kultur und Kunst wurde der Ö1-Radiokolleg-Beitrag „Das Absurde“ ausgezeichnet. Der Eduard-Ploier-Preis* für ökonomische, demokratische und politische Bildung ging an die Ö1-Sendereihe „Es war ein kämpferisches Leben“. In der Kategorie Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung wurde „Einfach erklärt – der Wissenspodcast in einfacher Sprache“ (Inklusive Lehrredaktion / FM4 / Ö1 Campus Radio) prämiert. Der Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen ging an „Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis“ aus der Sendereihe „Hörfeld“ von Radio Radieschen. In der Kategorie Menschenrechte und Gesellschaft zeichnete die Jury zwei Beiträge aus: „Im Gespräch: Francesca Albanese“ (Ö1) sowie „Netzwerk Vöcklabruck gegen Gewalt“ vom Freien Radio Salzkammergut.
Die ausgezeichneten Produktionen zeigen eindrucksvoll, welche Rolle Erwachsenenbildung und Bildungsmedien bei der Einordnung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen spielen – von Demokratie und Menschenrechten über Klimakrise und Digitalisierung bis hin zu inklusiver Wissensvermittlung. Damit spiegeln sie auch zentrale Anliegen der österreichischen Erwachsenenbildung wider: Menschen für den gesellschaftlichen Wandel zu stärken, kritisches Denken zu fördern und Bildung als lebensbegleitenden Prozess zu verstehen – bereit für den Wandel, getragen von Medienvielfalt und journalistischer Verantwortung.
28. Radiopreis der Erwachsenenbildung: 19 Sendungen in fünf Kategorien nominiert
24.10.2025
Für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung wurden von einer Jury aus Vertreter*innen der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs am 23. Oktober 2025 in fünf Kategorien 19 Produktionen nominiert.
Eingereicht waren insgesamt 169 Sendungen, die vom ORF sowie von privaten und Freien Sendern Österreichs im Zeitraum vom 1. September 2024 bis 31. August 2025 erstmals in Österreich ausgestrahlt wurden.
Die Nominierungen wurden in den Kategorien „Literatur, Kultur, Kunst“, „Eduard Ploier-Preis für ökonomische, demokratische und politische Bildung“, „Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen“ und „Menschenrechte und Gesellschaft“ vorgenommen.
Literatur, Kultur, Kunst
„120 Jahre Kino in Wien“, von Sandra Voser, in der Sendereihe „dérive – Radio für Stadtforschung“, ausgestrahlt auf Radio Orange 94,0.
„Das Absurde“, ein Ö1-„Radiokolleg“ von Till Koeppel unter der Sendungsverantwortung von Ina Zwerger.
„“Nicht eine weniger!“. Lieder gegen Gewalt an Frauen“, gestaltet von Ulla Ebner in der Sendereihe „Radiokolleg-Musikviertelstunde“ auf Ö1.
„Unzerstörbar“, gestaltet von Norbert K. Hund und Christopher Schmall, ausgestrahlt in der Sendereihe „Artarium“ der Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg.
Eduard Ploier-Preis für ökonomische, demokratische und politische Bildung
„Politische Meinungsbildung durch Influencer“, gestaltet von Ulla Ebner für die Sendereihe „Matrix“, ausgestrahlt von Ö1.
„Ist Frieden gleich Frieden?“, von Daphne Hruby und Martin Haidinger (Redaktionelle Verantwortung), ausgestrahlt in der Sendereihe „Science Arena“ auf Ö1
„Neue Codes, alter Hass“, von Amelie Sztatecsny (Sendungsgestaltung) und Kerstin Tretina (Sendungsverantwortung) in der Sendereihe „Im Fokus“, ausgestrahlt von Ö1.
„Es war ein kämpferisches Leben“, eine Sendereihe von Karin Berger und Ulrike Schmitzer (Sendungsverantwortung) auf Ö1.
Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung
„Reden rettet Leben – Warum wir über Suizidgedanken bei Kindern und Jugendlichen sprechen müssen!“, gestaltet von Romana Gill, Jasmin Eder, Daniel Martos, Melanie Tüchler und Madeleine Martos in der Sendereihe „Der kronehit Psychotalk – Ist das noch normal?“, ausgestrahlt von kronehit.
„Das Sterben, ein Prozess“, von Margit Atzler für die Sendereihe „Radiokolleg“, ausgestrahlt von Ö1.
„Adolescence: Frauenhass und die Krise der Männlichkeit“, gestaltet von Daniela Derntl, ausgestrahlt in der Sendereihe „Matrix“ von Ö1.
„Einfach Erklärt – der Wissenspodcast in Einfacher Sprache“, Redaktion: Isabelle Funke und Joshua Krapfenbauer, Sendungsverantwortlicher: Michael Fidler. Ein Podcast von der Inklusiven Lehrredaktion und Radio FM4, Ausstrahlung Ö1 Campus Radio.
Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen
„Psychologie der Klimakrise“, gestaltet von Kilian Jörg für die Sendereihe „Radiokolleg“ auf Ö1.
„Das Leben ohne Gletscher“, gestaltet von Katharina Gruber, ausgestrahlt in der Sendereihe „Dimensionen“ auf Ö1.
„Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis“, von Hannah Jutz, Vinzent Leb, Elisabeth Bauer und Anna Muhr, ausgestrahlt in der Sendereihe „Hörfeld“ von Radio Radieschen.
Menschenrechte und Gesellschaft
„Netzwerk Vöcklabruck gegen Gewalt“, gestaltet von Magdalena Stammler für die Sendereihe „Radio Libre Regional“, ausgestrahlt vom Freien Radio Salzkammergut.
„Die Macht des Radios“, gestaltet von Uli Jürgens für die Ö1-Sendereihe „Dimensionen“.
„Im Gespräch Francesca Albanese, UN Sonderbotschafterin“, von Renata Schmidtkunz, ausgestrahlt in der Sendereihe „Im Gespräch“ auf Ö1.
„Herr Fritzl kommt ins Heim“ gestaltet von Karin Schuster, ausgestrahlt in der Sendereihe „Pflegestützpunkt. Wie wir pflegen und pflegen wollen“ von Radio Helsinki – Freies Radio Steiermark.
Hauptjury legt die Gewinner*innen im November fest
Die Entscheidung über die Zuerkennung der Auszeichnungen erfolgt im November durch eine Jury, bestehend aus Vertreter*innen der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs, Journalist*innen und Medienwissenschafter*innen.
Die Bekanntgabe der Gewinner*innen erfolgt im Rahmen der feierlichen Verleihung am Donnerstag, dem 22. Jänner 2026, im RadioKulturhaus.
KEBÖ-Jahrestagung 2025:
Frieden lernen – Erwachsenenbildung stärkt Zusammenhalt
25.09.2025
Unter dem Leitmotiv „FRIEDEN lernen: Chancen und Herausforderungen für die Erwachsenenbildung“ fand am 25. September 2025 die Jahrestagung der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) im Europahaus Wien statt. Rund 140 Teilnehmende aus Bildung, Politik und Zivilgesellschaft diskutierten Wege zu einer friedensfördernden Bildungspraxis in Zeiten globaler Krisen und wachsender gesellschaftlicher Spannungen.
Bildung als Antwort auf Polarisierung
KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter eröffnete die Tagung mit einem Appell, Bildung als aktiven Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verstehen und er verwies gleichzeitig auf die Leistungsbilanz der in der KEBÖ vereinten Verbände der gemeinnützigen Erwachsenenbildung. „2024 konnten die 10 in der KEBÖ versammelten Verbände 2,5 Millionen Teilnehmer:innen begrüßen und 171.000 Bildungsveranstaltungen wurden durchgeführt. Das ist eine beeindruckende Bilanz der Erwachsenenbildung als wesentliche Säule unseres Bildungssystems“
, so Wachter. In ihrer per Video eingespielten Grußbotschaft unterstrich Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (BMFWF) die Aktualität des Themas und das enorme Engagement der KEBÖ-Verbände und ihrer Mitgliedsorganisationen in allen Regionen Österreichs: Frieden sei mehr als die Abwesenheit von Krieg. Vielmehr bedeute Frieden Respekt, Dialogfähigkeit, Zusammenhalt und auch die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv auszutragen. „Gerade in einer Zeit, in der Polarisierung, Hass und Desinformation unsere Gesellschaft belasten, wird klar: Wir brauchen Bildung, die stärkt, die befähigt und die schützt. Genau hier leisten die Erwachsenenbildner:innen in Österreich einen unverzichtbaren Beitrag“
, so Holzleitner. Auch Elmar Pichl, Leiter der Universitätssektion im Ministerium, hob die bildungspolitische Relevanz von Friedenskompetenzen im Rahmen lebenslangen Lernens hervor.
Hubert Petrasch, Vorsitzender des Forums Katholischer Erwachsenenbildung, betonte die historische Entwicklung der KEBÖ und würdigte die kürzlich erfolgte Gründung als Verein: „Diese Struktur gibt der Erwachsenenbildung auf Bundesebene neue rechtliche und strategische Möglichkeiten“
, bekräftigte Petrasch in seiner Rede.
Gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spaltung sei Friedensbildung laut Petrasch „so notwendig wie ein Bissen Brot“.
„It’s money, stupid!“ – Welzer kritisiert Europas politische Orientierungslosigkeit
Ein inhaltlicher Höhepunkt der Tagung war die Keynote von Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe und Direktor der Stiftung FUTURZWEI. Welzer warnte vor einem moralisch überhöhten, aber politisch handlungsarmen Selbstbild Europas und plädierte für eine realistische, wertebasierte Friedenspolitik. Der Kontinent müsse wieder lernen, sich als aktiver politischer Gestalter zu positionieren. Freiheit und Demokratie seien nur im Frieden zu sichern – und Friedensfähigkeit bedeute auch die Bereitschaft zum Dialog mit autoritären Regimen. In scharfer Kritik am entgrenzten Kapitalismus und politischen Entwicklungen in den USA fasste der Soziologe seine Analyse pointiert zusammen: „It’s money, stupid!“
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Terezija Stoisits (ehemalige Volksanwältin), Nora Tödtling-Musenbichler (Caritas) und Markus Schlagnitweit (ksoe) wurde unter Moderation von Magdalena Modler El-Abdaoui (Leiterin Bildungshaus St. Michael und Haus der Begegnung Innsbruck) die Rolle der Erwachsenenbildung in der Friedensarbeit weiter vertieft.
Praxisbeispiele und Staffelübergabe
Am Nachmittag präsentierten Mitgliedsorganisationen der KEBÖ konkrete Projekte zur Friedensbildung. Organisatorin Martina Bauer, Bildungs- und Projektmanagerin im Forum, betonte: „Friedensbildung geschieht nicht abstrakt, sondern im Alltag – in den Kursen, Begegnungen und Gesprächen vor Ort.“
Den Abschluss der Tagung bildete die Übergabe des KEBÖ-Vorsitzes an den Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV). Generalsekretär John Evers bedankte sich in seiner Rede bei seinem Vorgänger Bernd Wachter und betonte die Zukunftsaufgabe: „Bernd Wachter hat die KEBÖ nicht nur in einer herausfordernden Zeit hervorragend gesteuert, sondern vor allem auch visionär in eine neue Struktur übergeführt.“
Die kommenden zwei Jahre gelte es dazu zu nutzen, diese neue Struktur in Partnerschaft mit der öffentlichen Hand – vor allem mit dem BMFWF – fest zu etablieren. „Wir brauchen eine neue Kultur der Erwachsenenbildung, eine neue Strategie des lebensbegleitenden Lernens in Österreich. Die KEBÖ kann und wird dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Besonders wichtig ist dabei zu beachten, was Menschen zum Lernen motiviert – z. B., wenn man jene 1,7 Millionen Erwachsene erreichen möchte, die Probleme bei den Grundkompetenzen haben“, so Evers zur Übernahme des KEBÖ-Vorsitzes.
57. Fernsehpreisverleihung mit Publikumsrekord
17.06.2025
Im praktisch bis auf den letzten Platz gefüllten ORF RadioKulturhaus wurden am 16. Juni 2025 die 57. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung verliehen.
Fünf TV-Produktionen wurden für ihren besonderen erwachsenenbildnerischen Wert ausgezeichnet. Schauspielerin Maria Hofstätter erhielt den renommierten Axel-Corti-Preis. Mit der Verleihung setzte die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ein starkes Zeichen für eine vielfältige, kritische und bildungsnahe Fernsehlandschaft.
„Die nominierten Sendungen zeigen, wie vielfältig, kritisch und engagiert Medien sein können“, betonte ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher in ihrer Begrüßungsrede. Den offiziellen Auftakt machte KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter, der in seiner Rede den gesellschaftlichen Mehrwert verantwortungsvoller Berichterstattung hervorhob: „Bei den aktuellen Herausforderungen ist eines sicher: Medienvermeidung ist nicht die Antwort!“
Durch den Abend führte John Evers, Sprecher der Jury und Generalsekretär des VÖV. Mit besonderem Stolz richtete er sich an die 86 Einreicher*innen von 13 verschiedenen Sendern: „Sie sind ein Zeichen dafür, dass kein Thema zu schwer, zu kompliziert oder zu langweilig ist und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz, zu zivilgesellschaftlichem Engagement und zum öffentlichen Diskurs. Bitte machen Sie weiter so!“
Preisträger*innen der 57. Fernsehpreise
Die Serie „Literatur to go“ von Beate Thalberg [Idee, Konzept, transmediale Projektkoordination] und Ursula Schirlbauer [Redaktionsleitung], ausgestrahlt auf 3sat und abrufbar in der Mediathek des ORF, wurde in der Kategorie „Literatur, Kultur, Kunst“ ausgezeichnet.
In der Kategorie „Ökonomische, demokratische und politische Bildung“ ging der Preis an die Dokumentation „Annehmkinder – die Kinder, die zu viel waren“ von Gabi Kerschbaumer, ausgestrahlt auf ORF 2.
Die Dokumentation „Bildung für Alle – Die Geschichte der Österreichischen Volkshochschulen“ von Stefan Nicolini, ausgestrahlt in der Sendereihe „zeit.geschichte“ auf ORF III wurde in der Kategorie „Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung“ prämiert.
In der Kategorie „Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen“ wurde die Dokumentation „Ich kaufe, also bin ich – Kann es guten Konsum geben?“ von Heidi Neuburger-Dumancic, ausgestrahlt auf 3sat, ausgezeichnet
Der Preis für die Kategorie „Menschenrechte und Gesellschaft“ ging an „Aufstand im Bordell – Frauenhandel um 1900“ von Caroline Haidacher [Sendungsverantwortung] und Stefan Ludwig [Drehbuch und Regie], produziert in Kooperation mit NDR/ARTE und NGF Geyrhalter Film, ausgestrahlt in der Sendereihe „Universum History“ von ORF 2.
Axel-Corti-Preis an Maria Hofstätter
Der Axel-Corti-Preis 2025 ging an die Schauspielerin Maria Hofstätter. Ihre erste Reaktion auf die Auszeichnung: „Und warum genau ich?“ – eine typisch bescheidene Reaktion, der ihr beeindruckendes schauspielerisches Werk und ihr vielfältiges gesellschaftliches Engagement für Gerechtigkeit, Kunstfreiheit und Demokratie gegenüberstehen. Das Publikum würdigte die Auszeichnung mit langanhaltendem Applaus.
In ihrer Dankesrede sprach sich Hofstätter für lebenslanges Lernen aus: „Solange man am Leben ist, ist Lernen möglich – und immer von Nutzen.“ Sie schloss mit einem eindringlichen Appell: „Bildung ist eine der besten Absicherungen für unsere Demokratie. Wir dürfen das Ziel, eine demokratische Bildungsgesellschaft zu bleiben, nicht aus den Augen verliehen.
Konferenz der Erwachsenenbildung wird eigenständiger Verein: Neue rechtliche Basis stärkt Erwachsenenbildung in Österreich
22.05.2025
Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) hat sich vor wenigen Tagen als eigenständiger Verein konstituiert. Die offizielle Vereinsgründung fand – wie bereits die ursprüngliche Gründung im Jahr 1972 – im heutigen Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in Strobl statt.
Nach über 50 Jahren als lose Kooperation erhält die KEBÖ damit eine verbindliche Struktur – für mehr Sichtbarkeit, Professionalisierung und Wirkungskraft in der Bildungspolitik.„Das Ziel der KEBÖ ist und bleibt die Interessensvertretung und Professionalisierung der Erwachsenenbildung in Österreich. Unser Auftrag und unsere Ziele sind nicht neu. Ab nun machen wir das mit einer klaren rechtlichen Basis und verbindlich definierten Aufgaben und Zielen“
, so Bernd Wachter, der derzeitige Vorsitzende der Konferenz in einer Stellungnahme.
Erwachsenenbildung ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe
Die KEBÖ-Verbände leisten wesentliche Beiträge zur persönlichen und beruflichen Entwicklung der Menschen in unserem Land, sie sichern mit ihren Bildungsangeboten den Wirtschaftsstandort und die Beschäftigungsfähigkeit und fördern somit die Integration und den sozialen Zusammenhalt. Für Bernd Wachter, Vorsitzender der KEBÖ, ist auch die politische und gesellschaftliche Teilhabe, die Verringerung der Bildungsdefizite und ganz besonders die Übernahme von Verantwortung in Gesellschaft und Politik eine wesentliche Funktion der gemeinnützigen Erwachsenenbildung und somit der in der KEBÖ vereinten Verbände.
Dazu Wachter: „Die Stärken der KEBÖ-Verbände liegen in einer kontinuierlichen Bildungsarbeit mit österreichweit flächendeckenden, kostengünstigen und für alle Menschen zugängigen Bildungsangeboten. Nicht die Logiken des Marktes dominieren unsere Arbeit. Vielmehr ist es unser Ziel, die Menschen mit ihren Interessen in allen Lebensphasen und in allen Lebenslagen abzuholen und sie in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu begleiten“
, so Wachter.
KEBÖ-Jahrestagung 2025: „Frieden lernen“
Die KEBÖ greift – unter anderem auch mit Tagungen und Fachveranstaltungen – laufend aktuelle bildungspolitische, aber auch gesamtgesellschaftliche Themen auf.
Die diesjährige KEBÖ-Jahrestagung findet am 25. September 2025 im Europahaus Wien (1140 Wien, Linzerstraße 429) statt und steht unter dem Motto „Frieden lernen“. In Vorträgen und Workshops werden die Herausforderungen und Chancen der Erwachsenenbildung in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft beleuchtet.
Hauptvortragender ist der renommierte Soziologe und Autor Harald Welzer. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden die ehemalige Volksanwältin Terezija Stoisits, die Präsidentin der Caritas Österreich, Nora Tötdling-Musenbichler, und der Direktor der Katholischen Sozialakademie, Markus Schlagnitweit, mit Harald Welzer über den Frieden und die Beiträge der Erwachsenenbildung diskutieren.
Anmeldung unter: www.forumkeb.at/keboe-jahrestagung-2025
Axel-Corti-Preis geht an Maria Hofstätter
Bereits am 16. Juni 2025 findet im ORF RadioKulturhaus in Wien die Verleihung des Fernsehpreises der Erwachsenenbildung statt. 20 TV-Beiträge sind für die 5 Kategorien des Preises nominiert. Im Rahmen des 57. Fernsehpreises der Erwachsenenbildung wird auch der begehrte Axel-Corti-Preis vergeben. Dieser geht in diesem Jahr an die Schauspielerin Maria Hofstätter. Dazu John Evers, Jury-Sprecher und Geschäftsführer des Verbandes des Österreichischen Volkshochschulen (VÖV): „Es ist mir eine besondere Freude, eine Schauspielerin auszeichnen zu dürfen, die sich sowohl in der Gesellschaft engagiert als auch immer wieder in der Erwachsenenbildung tätig ist.“
Weitere Infos unter www.medienpreise.at.
Der VÖV, vertreten durch John Evers, übernimmt im September 2025 den Vorsitz in der Konferenz der Erwachsenenbildung.
Maria Hofstätter erhält den Axel-Corti-Preis 2025
07.05.2025
Der im Rahmen des 57. Fernsehpreises der Erwachsenenbildung von der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) vergebene Axel-Corti-Preis geht dieses Jahr an die Schauspielerin Maria Hofstätter. Das entschied am 6. Mai 2025 eine Jury, die sich aus Vertreter*innen der preisstiftenden Verbände, Journalist*innen und einem Medienwissenschaftler zusammensetzt.
Die Karriere von Maria Hofstätter begann im Kabarett und auf Theaterbühnen in Österreich und Deutschland, bevor sie mit Filmen wie ‚Indien‘ (1993) und ‚Hundstage‘ (2001) einem breiten Publikum bekannt wurde. Sie wirkte in zwei Produktionen mit, die für den 57. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung nominiert wurden: „Aufstand im Bordell – Frauenhandel um 1900“ (Kategorie Menschenrechte und Gesellschaft) und „A Better Place“ (Kategorie Ökonomische, demokratische und politische Bildung). Parallel zu ihrer Filmkarriere engagiert sie sich seit 1995 beim Projekttheater Vorarlberg und setzt sich für Demokratie, Kunstfreiheit und Gerechtigkeit ein, zuletzt im Rahmen der Initiative „Für die Republik“. Hofstätter wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Österreichischen Filmpreis (2014, 2022, 2024), dem Deutschen Schauspielpreis (2021) und der Romy (2022).
Jurysprecher John Evers betont: „Es ist mir eine besondere Freude, eine Schauspielerin auszeichnen zu dürfen, die sich sowohl in der Gesellschaft engagiert als auch immer wieder in der Erwachsenenbildung tätig ist.“
Die Preisüberreichung des Axel-Corti-Preises findet am 16. Juni 2025 im ORF RadioKulturhaus in Wien statt, bei der auch die Preisträger*innen der 57. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung bekanntgegeben werden. Wir bitten um rasche Anmeldung zur Preisüberreichung per E-Mail an medienpreise [at] vhs [dot] or [dot] at.
Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs begrüßt Reform der Bildungskarenz – fordert Weiterentwicklung im Sinne der Erwachsenenbildung
03.04.2025
Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) begrüßt die geplante Reform anstelle einer generellen Abschaffung der Bildungskarenz. Die KEBÖ fordert jedoch, dass die Reform die Prinzipien des Erwachsenenbildung-Förderungsgesetzes konsequent umsetzt und dabei insbesondere die Förderung von Fähigkeiten zu verantwortungsbewusstem Urteilen und Handeln sowie die Entfaltung persönlicher Anlagen berücksichtigt.
Weiterbildungszeit muss Skills zur gesellschaftlichen Teilhabe berücksichtigen
„Die Bildungskarenz muss auch in Zukunft ein Instrument bleiben, das nicht nur der beruflichen Qualifikation dient, sondern vor allem auch die politische, soziale und wirtschaftliche Bildung fördert und die Möglichkeit bietet, die eigene Schulbildung nachzuholen, fortzuführen oder zu erweitern“
, erklärt KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter. Besonders die Förderung „transversaler Kompetenzen“, die in der Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen, müsse ebenfalls in die Reform aufgenommen werden, so Wachter weiter.
Zertifizierung von Bildungsanbietern als zentrales Anliegen der KEBÖ
Ein weiteres zentrales Anliegen der KEBÖ ist die Zertifizierung von Bildungsanbietern. Alle Anbieter im nicht-schulischen und nicht-hochschulischen Bereich sollten eine gültige Ö-Cert-Zertifizierung vorweisen können, ebenso wie die Einhaltung der kollektivvertraglichen Bestimmungen des BABE-Kollektivvertrags. Dies sei eine wichtige Maßnahme, um die Qualität der Bildungsangebote zu gewährleisten, betont John Evers, Generalsekretär des Verbandes der Österreichischen Volkshochschulen.
Ja zum Fokus auf Menschen mit geringer formaler Bildung
Positiv bewertet die KEBÖ die geplante Öffnung der Bildungskarenz für Menschen mit geringer formaler Bildung. Die Erhöhung des AMS-Mindestzuschusses wird als richtiger Schritt gewertet, um auch dieser Zielgruppe den Zugang zu Bildungsmaßnahmen zu erleichtern. Die KEBÖ sieht hierin die Möglichkeit zur Chancengleichheit für benachteiligte Gruppen und zur Verringerung von Bildungsungleichheiten.
Vieles bleibt noch offen
Allerdings gibt es noch offene Fragen, die im Rahmen der Reform geklärt werden müssen. So ist unklar, wie das Mindeststundenausmaß von 20 Stunden überprüft werden soll und ob eine verpflichtende Bildungsberatung eingeführt wird. Die KEBÖ stellt infrage, ob die derzeitige Struktur der Bildungsberatung organisatorisch und kapazitätsmäßig für diese zusätzliche Aufgabe gewappnet ist.
Besondere Sorgfalt erfordert auch die Festlegung von klaren Kriterien für Onlineangebote. BFI-Geschäftsführer Gerald Strobl dazu: „Es müssen klare Vorgaben hinsichtlich der Zeitgestaltung und der Teilnehmer:innenzahl bei Webinaren sowie bei Präsenzveranstaltungen getroffen werden, um eine Qualität der Bildungsmaßnahmen sicherzustellen und kostengünstige Massenveranstaltungen zu verhindern.“
Ein erheblicher Sorgenpunkt bleibt die geplante Budgetgrenze von 150 Millionen Euro jährlich. Die KEBÖ fordert Klarheit darüber, wie die Verteilung des Budgets geregelt werden soll. „Wird ein First-come-first-serve-Prinzip angewendet?“, fragt sich Carola Grader vom WIFI. Konkret ginge es darum, welche Kriterien über die Zulassung von Personen entscheiden und ob der Rechtsanspruch auf Bildungskarenz und Bildungsteilzeit bestehen bleibt, so Grader.
Zusammenarbeit mit der KEBÖ empfehlenswert
„Im Rahmen der Neuregelung der Bildungskarenz empfehlen wir eine enge Zusammenarbeit mit der KEBÖ, um sicherzustellen, dass die Reform auch im Sinne der Erwachsenenbildung wirksam wird. Wir stehen bereit und freuen uns auf den Dialog und die Mitgestaltung der neuen Regelung“
, so KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter abschließend.
20 Nominierungen in 5 Kategorien für den 57. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung
03.04.2025
Von der Konferenz der Erwachsenenbildung (KEBÖ) wurden insgesamt 20 Fernsehbeiträge in 5 Kategorien für den 57. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung nominiert.
In der Kategorie „Literatur, Kultur und Kunst“ wurden nominiert:
- Die Dokumentation „Wellen der Zeit – 100 Jahre Radio in Österreich“ von Heidi Neuburger-Dumancic, ausgestrahlt in der Sendereihe „kulturMontag“ auf ORF 2.
- Die Serie „Literatur to go“ von Beate Thalberg [Idee, Konzept, transmediale Projektkoordination] und Ursula Schirlbauer [Redaktionsleitung], ausgestrahlt auf 3sat und abrufbar in der Mediathek des ORF.
- Die neunteilige Serie „sogamoi“ von Claudia Teissig, ausgestrahlt in der Sendereihe „kulturMontag“ auf ORF 2.
In der Kategorie „Ökonomische, demokratische und politische Bildung“ wurden nominiert:
- Die Dokumentation „Annehmkinder – die Kinder, die zu viel waren“ von Gabi Kerschbaumer, ausgestrahlt auf ORF 2.
- Die Serie „A Better Place“ von Helena Velaj, Irene Heschl und Karolina Drejerska, abrufbar auf der Streaming-Plattform CANAL+.
- Die Dokumentation „Mythos Reichsautobahn – Hitlers gescheitertes Großprojekt“ von Christian Hager [Buch, Regie], Petra Mödlhammer und Christoph Pollinger [Initiative, ASFINAG], Doris Liebhart und Wolfgang Winkler [Produktion, Pammerfilm] und Ernst Pohn [Redaktion], ausgestrahlt in der Sendereihe „zeit.geschichte“ auf ORF III.
- Die Sendung „MÄNNER:FRAGEN – Basisbildung“ von Rainer Konderla in Kooperation mit dem Männerbüro Salzburg, ausgestrahlt auf FS1 – Community TV Salzburg.
- Die Dokumentation „Schläfrige Aufarbeitung“ von Philipp Wohltmann, ausgestrahlt in der Sendereihe „Jukebox“ auf Okto TV.
In der Kategorie „Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung“ wurden nominiert:
- Die Dokumentation „Bildung für Alle – Die Geschichte der Österreichischen Volkshochschulen“ von Stefan Nicolini, ausgestrahlt in der Sendereihe „zeit.geschichte“ auf ORF III.
- Der Beitrag „Gentechnik? Ja natürlich!“ von Martin Steiner, ausgestrahlt in der Sendereihe „ECO Spezial“ auf ORF 2.
- Die ORF-3sat-Dokumentation „Wie Hochsensible die Welt wahrnehmen“ von Henriette Maslo-Dangl.
- Der Beitrag „Gestörte Natur“ von Nikita Elsler und Günther Mayr, ausgestrahlt im ORF 2-Wissenschaftsmagazin „Mayrs Magazin – Wissen für alle“.
In der Kategorie „Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen“ wurden nominiert:
- Die Dokumentation „Ich kaufe, also bin ich – Kann es guten Konsum geben?“ von Heidi Neuburger-Dumancic, ausgestrahlt auf 3sat.
- Die Dokumentation „Das Recycling-Versprechen – Wege aus der Rohstoffkrise“ von Alfred Schwarzenberger [Regie] und Ursula Schirlbauer [Sendungsverantwortung], ausgestrahlt auf 3sat.
- Die Dokumentation „Keimen auf der Spur – Wie eng Mensch, Tier und Umwelt verbunden sind“ von Franziska Mayr-Keber [Buch, Regie], Andrea Ernst [Regie], und Elisabeth Tschachler [Buch] von 3sat und ORF.
In der Kategorie „Menschenrechte und Gesellschaft“ wurden nominiert:
- Die Dokumentation „Reclaim – Der Kampf um die Demokratie auf TikTok“ von Lisa-Marie Gotsche [Sendungsverantwortung, Hashtag Media], ausgestrahlt in der Sendereihe „politik.oida“ auf DW international und abrufbar auf YouTube.
- Der Beitrag „Verfolgte Liebe – Die Männer mit dem Rosa Winkel“ von Caroline Haidacher [Sendungsverantwortung] und Fritz Kalteis [Regie] in Kooperation mit ZDF/ARTE und V-Set, ausgestrahlt in der Sendereihe „Universum History“ auf ORF 2.
- Der Beitrag „Aufstand im Bordell – Frauenhandel um 1900“ von Caroline Haidacher [Sendungsverantwortung] in Kooperation mit NDR/ARTE und NGF Geyrhalter Film, ausgestrahlt in der Sendereihe „Universum History“ von ORF 2.
- Der Beitrag „Die mutigen Frauen von Karachi“ von Rosa Lyon und Christoph Guggenberger [Sendungsverantwortung], ausgestrahlt in der Sendereihe „kreuz und quer“ von ORF 2.
- Die Dokumentation „Preis der Armut – Leben in der Teuerung“ von Stefan Wolner und Sandra Rak, ausgestrahlt auf 3sat.
Die Entscheidung über die Vergabe der 57. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung trifft eine Jury am 6. Mai 2025. Zugleich wird von der Jury die Entscheidung über den Axel-Corti-Preis für 2025 getroffen.
Die Preisträger*innen werden bei der Preisüberreichung, die am 16. Juni 2025 im ORF RadioKulturhaus in Wien stattfindet, bekanntgegeben.
Ausbau der Basisbildung dringend erforderlich
22.01.2025
KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter fordert zum Welttag der Bildung von der nächsten Regierung den Ausbau der Angebote im Bereich Basisbildung und zumindest 1 % des Bildungsbudgets für die Erwachsenenbildung.
Die jüngsten Ergebnisse der PIAAC-Studie (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) zeigen, dass 29 % der Erwachsenen in Österreich, d.h. rund 1,7 Millionen Menschen, gravierende Probleme beim Lesen haben. Der Großteil davon ist in Österreich geboren bzw. spricht Deutsch als Erstsprache. Das ist seit der letzten Studie 2011/2021 ein Anstieg um fast 12 %. Rund 23 % der Erwachsenen weisen zudem eine sehr niedrige alltagsmathematische Kompetenz auf. „Diese Entwicklungen sind besorgniserregend und unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen in der Erwachsenenbildung“
, betont KEBÖ-Vorsitzender Bernd Wachter anlässlich des von der UNO ausgerufenen Welttages der Bildung am 24.1.2025.
Umdenken in der Bildungspolitik nötig – Finnland als Vorbild
Es brauche, so Wachter, einen raschen Ausbau der bereits bestehenden Angebote der Basisbildung und niedrigschwellige Unterstützungen für Menschen mit Lese- und Rechenschwächen. „Mit Lesecafés – ähnlich den bekannten Lerncafés der Caritas in ganz Österreich – könnte den betroffenen Menschen auf eine einfache, niederschwellige und wohnortnahe Weise geholfen werden“
, betont der KEBÖ-Vorsitzende und ehemalige Generalsekretär der Caritas Österreich. Es brauche eine intelligente Kombination professioneller Erwachsenenbildungsangebote und ergänzende ehrenamtliche Programme.„Hier ist ein gemeinsamer Kraftakt erforderlich, inklusive der dafür erforderlichen finanziellen Mittel“
, unterstreicht Wachter im Blick auf die aktuellen Regierungsverhandlungen. Der KEBÖ-Vorsitzende verweist auf die wesentlich besseren Ergebnisse der PIACC-Studie etlicher Industriestaaten und nennt beispielgebend das finnische Bildungssystem als vorbildlich. Lebenslanges Lernen habe in Finnland einen hohen Stellenwert. Österreich verfüge mit den in der KEBÖ vereinten Verbänden der Erwachsenenbildung über ein gut und dicht geknüpftes Netz an Angeboten. Der KEBÖ-Vorsitzende fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik unseres Landes. „Die Förderung von beruflichen Kompetenzen ist natürlich wichtig und richtig. Aber wenn nahezu zwei Millionen Menschen nicht ausreichend lesen und rechnen können, dann liegt es doch auf der Hand, dass hier ein Schwerpunkt gesetzt werden muss. Was nützen berufliche Skills, wenn eine Person nicht lesen und rechnen kann?“
, so Wachter.
Erwachsenenbildung als gleichwertiger Bestandteil des österreichischen Bildungssystems gefordert
Für den KEBÖ-Vorsitzenden braucht es seitens der zukünftigen Bundesregierung ein klares Bekenntnis des Bundes zur Erwachsenenbildung als unverzichtbarem und gleichwertigem Bestandteil des österreichischen Bildungssystems.
Die Erwachsenenbildung müsse neben der Schule und den Universitäten als dritte Säule der Bildung mit deutlich mehr Mitteln ausgestattet werden. „Ein erster Schritt wäre die Anhebung der Bundesmittel auf zumindest 1% des Bildungsbudgets. Mit vergleichsweise wenig Investment könnte sehr viel erreicht werden“
, so der Appell des Bildungsexperten. Weiters sind aus seiner Sicht notwendig:
- die gesetzliche Festschreibung der Bundeskompetenz für die Erwachsenenbildung,
- die Zuständigkeit des Bildungsministeriums für das lebensbegleitende Lernen,
- die Sicherstellung der nationalen Finanzierung für Bildungsmaßnahmen als Voraussetzung für die Inanspruchnahme europäischer Mittel sowie
- verwaltungstechnisch und abgabenrechtlich praktikable Rahmenbedingungen für die überwiegend nebenberuflich Lehrenden.
Lebensbegleitendes Lernen muss zu einer Selbstverständlichkeit werden
Die Anliegen der KEBÖ für ein nächstes Regierungsprogramm wurden den Parteien bereits im Sommer 2024 übermittelt. Der KEBÖ-Vorsitzende lobt die unter Bundesminister Martin Polaschek gesetzten Maßnahmen, wie beispielsweise die Valorisierung der Förderverträge mit den KEBÖ-Verbänden, und die zusätzlichen Mittel für die Basisbildung. Es brauche aber, im Blick auf die anstehenden Anforderungen, weitere Schritte. „Lebensbegleitendes Lernen ist in vielen Ländern zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Österreich darf hier den Anschluss nicht verlieren“
, unterstreicht Wachter. Es gehe um die notwendigen Skills, aber noch viel mehr um den Zusammenhalt in unserer Demokratie. Auch hier habe der scheidende Bundesminister mit der Maßnahme einer verstärkten Demokratiebildung die richtigen Akzente gesetzt. Das gelte es nun im Blick auf die Lage in unserer Welt und die Simplifizierungen durch die sozialen Medien deutlich mehr zu verstärken und mit gezielten Programmen weiterzuentwickeln.
Bildungsstatistische Kennzahlen 2023 der Erwachsenenbildung in Österreich (gerundet/Jahr)
- 4,9 Mio. Unterrichtseinheiten
- 2,4 Mio. Teilnehmer:innen
- 852.000 aktive Benutzer:innen öffentlicher Bibliotheken
- 9,9 Mio. Besucher:innen gesamt (inkl. Veranstaltungsbesuche)
- 168.800 Bildungsveranstaltungen
- 45.600 nebenberuflich Lehrende
- 24.600 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen
- 6.700 Angestellte
- 5.500 Standorte