Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
Die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung veranstaltet auch diesen Herbst eine Vortragsreihe in Wien. Bei freiem Eintritt können Interessierte die Vorträge von Wissenschafter:innen und Expert:innen besuchen und gemeinsam über Perspektiven einer friedvollen Zukunft diskutieren.
Einen historischen Blick wirft Zeithistoriker Oliver Rathkolb auf Österreichs Neutralitätsstatus. Unter dem Eindruck des mehrfach von unterschiedlicher Seite geäußerten Wunschs nach einem NATO-Beitritt, gelte es nach Österreichs Rolle in der Vergangenheit, so im Kalten Krieg zu fragen. Ob hier Anspruch und Wirklichkeit deckungsgleich blieben, wird im ersten Vortrag der Reihe erörtert werden.
Solidarität als Bindeglied der Gesellschaft – Barbara Prainsack forscht seit vielen Jahren zu gesellschaftlichem Zusammenhalt. Aber wo damit anfangen? Die Politologin führt solidarische Praktiken und Institutionen ins Treffen, die zu einem friedlichen Miteinander beitragen können. Wie sie in ihrem kürzlich erschienenen Band „States of Solidarity: How to Build a Society“ ausführt, spielen hier Herausforderungen in den Bereichen Klimawandel, im Verlust demokratischer Kontrolle und dem Aufkommen von KI eine zentrale Rolle.
Wer Frieden sagt, muss auch Sicherheit sagen?
Barbara Sieberth, Geschäftsführerin vom Friedensbüro Salzburg, stellt beim dritten Vortrag die Henne-Ei-Frage: Frieden durch Sicherheit oder Sicherheit durch Frieden? Der Wunsch nach einer friedlich lebenden internationalen Gemeinschaft werde vorschnell mit einem Ruf nach Aufrüstung gekoppelt. Das friedensfördernde Potential politischer Erwachsenenbildung und das der Friedenslogik zugrunde liegende Prinzip können hier einen wesentlichen Beitrag leisten.
Patriarchale Machtstrukturen und Krieg sind korrelierende Elemente – an diesem Punkt setzt feministische Friedensarbeit an. Rosa Logar, Vorsitzende der Women’s International League for Peace and Freedom, erörtert in ihrem Vortrag, welche Errungenschaften Frauen-Friedensorganisationen in der Vergangenheit erreichen konnten und mit welchen Herausforderungen sie in der Gegenwart konfrontiert sind.
Anknüpfend an den Schwerpunkt der ÖGPB-Projektförderung 2026 widmet sich die diesjährige Vortragsreihe dem Thema „Frieden schaffen“. In Kooperation mit dem Depot Wien und der FAKTory.
Weiterführende Informationen: https://politischebildung.at/bildungsangebote/vortragsreihe-zur-politischen-erwachsenenbildung/